Zur Armada 2019 nach Rouen

IBHR-Reise nach Rouen | 13.-20. Juni 2019
Einmal Rouen…immer wieder Rouen?

Ja, so kann es gehen, wenn man einmal in dieser schönen Stadt war – so manche/r kann nicht genug davon bekommen. Rouen erscheint uns mit so viel Flair, so viel Geschichte, so viel Wandel … und liebenswürdigen Menschen. Es gibt immer wieder etwas zu entdecken oder Vertrautes mit anderen Augen oder in neuem Licht zu betrachten – ganz wie damals Claude Monet, der die Kathedrale von Rouen im Laufe der Zeit sogar 33 mal in anderen Farbtönen malte.

Auf der Treppe des Justizpalastes

Die INITIATIVE BÜRGERBEGEGNUNG HANNOVER-ROUEN ist im Juni 2019 zu ihrer 2. Reise nach Rouen aufgebrochen: 24 Teilnehmer*innen, die Hälfte davon zum ersten Mal dabei – mit viel Neugier und Enthusiasmus im Gepäck. Zwei Französisch-Workshops vor der Abreise haben einige Mitreisende etwas trittsicherer auf dem französischen Sprachparkett gemacht.

Unsere Partnergruppe Amis du Jumelage Rouen-Hanovre nahm uns bei der Ankunft in Rouen herzlich in Empfang. Große Wiedersehensfreude nach unserer Begegnung im vergangenen Jahr in Hannover – und interessante, nette, neue Kontakte für die Hinzugekommenen auf beiden Seiten sind im Laufe dieser Tage entstanden. Ob im Hotel untergebracht oder im Privatquartier: Spätestens zu den Unternehmungen vor Ort und den gemeinsamen Busausflügen mit unseren französischen Freunden war die Gruppe wieder beisammen: Diesmal waren Ausflüge und Aktivitäten auf außergewöhnliche Events zugeschnitten:

Maison Monet

Entlang des Seine-Ufers zu Monets Garten und Wohnhaus in Giverny – für Nimmermüde auch noch das Impressionistenmuseum quasi gegenüber, mit einer Sonderausstellung zu Monet und seinem Zeitgenossen Auburtin anläßlich des 10jährigen Jubiläums des Hauses. Auch Monets Familiengrab konnten wir auf einem Spaziergang durch den Ort entdecken.

 

Draisine am Start

Eine Velo-Rail-Draisinenfahrt nach Étretat. Die berühmten Alabasterfelsen zeigten sich bei bestem Fotolicht. Und der modern gestaltete Park „Les Jardins d’Étretat“ verzauberte uns mit seinen in Form geschnittenen Gehölzen und Kunstobjekten – während das Meer zwischen den Bäumen zu glitzern schien. Austern schlürfen an der Promenade, den Felsenweg erklimmen oder am Meer die Seele baumeln lassen – jeder nach seiner Façon …

Der Flachs in voller Blüte

Ein besonderer Clou am letzten Tag: Die Fahrt zum hübschen Badeort Veules-les-Roses durch blühende Flachsfelder – ein Meer aus zartem Himmelblau auf Grün getupft – das in seinen 120 Tagen des Wachsens und Reifens nur einen halben Tag in Blüte steht. Timing unmöglich! Wir hatten das herbeigesehnte Glück der Stunde!

 

Die Gruppe in der Flachs-Lehrstunde

Der anschließende Besuch eines Flachsbauernhofes hat uns mit alten Techniken des Flachsanbaus wie auch hochmodernen Verwendungsmöglichkeiten der Leinenfaser vertraut gemacht – schließlich ist die Normandie der weltgrößte Flachsfasern-Lieferant.

 

 

Abschiedsessen am alten Markt

All diese schönen Ausflüge haben unsere französischen Freunde sorgsam von langer Hand organisiert und mit uns gemeinsam unternommen.
Unser großer Dank geht an die Amis du Jumelage Rouen-Hanovre – ebenso auch für den herzlichen Begrüßungsabend mit Essen und den Abschiedsabend in einem schönen Restaurant am Vieux Marché.

 

Und was ergab sich für uns in Rouen – unserem Dreh- und Angelpunkt?

Die Kruzenshtern, ein Windjammer aus Kaliningrad

Das, was manch eine/r von uns vielleicht nur einmal so erlebt, das war die alle 5-6 Jahre stattfindende ARMADA, das weltgrößte Großseglertreffen – Schiffe aus aller Herren Länder, aufgereiht wie Perlen an der Schnur zu beiden Ufern der Seine. Diesmal feierte man das 30. Jubiläum dieser beliebten Veranstaltung – angeblich mit 6 Mio. Besuchern. Das Bad in der Menge war für uns garantiert. Dazu ein nächtliches Feuerwerk auf der Seine, das wir bei einer Bootstour betrachten konnten – wie auch all die beleuchteten Schiffe, an denen unser Schiff vorbeizog. Ein Erlebnis – quasi wie auf dem Silbertablett präsentiert! 

Ein Segler passiert die Gustave-Flaubert-Brücke

Bleu Blanc Rouge am Himmel

 

 

 

 

 

 

 

Am Folgetag ging es gemeinsam zur „Grande Parade“ an die Quais, zum feierlichen Auslaufen aller Schiffe gen Le Havre. Die große Flaubert-Brücke wurde dafür angehoben. Manche Matrosen grüßten in Mannschaftsaufstellung auf allen Rahen. Ein großartiger Anblick! Frankreich hat es sich nicht nehmen lassen, diese Parade durch eine Fliegerstaffel mit blau-weiß-rotem Schweif über der Seine zu grüßen.

Nach solchen Superlativen haben wir dann – jede/r nach Lust und Laune – dem Alltagsleben in den Gassen der unzähligen pastellfarbenen Fachwerkhäuser nachgespürt, entspannt, bei einem Imbiss an einem lauschigen Plätzchen unter einem großen Mimosenbaum oder den zahllosen Bistros und Terrassen in verwinkelten Gässchen und Hinterhöfen wie auch inmitten schöner Plätze. Jung & Alt geben sich hier ein Stelldichein. Shoppen in den vielen kleinen Lädchen war auch angesagt. Museen und Kirchen konnten besichtigt werden, allen voran immer wieder die berühmte Kathedrale, vor deren Fassade täglich zu später Stunde eine faszinierende Lichtshow gezeigt wurde „Cathédral de Lumière“ – Themen waren diesmal „Die Wikinger“ und „Die Entdeckung der Neuen Welt“.

In einem Sitzungssaal des Justizpalastes

Der Besuch im ehrwürdigen Justizpalast aus dem Mittelalter hat uns Einblicke in „Normannisches Recht“ im Laufe der Jahrhunderte gegeben – und den deutlichen Einfluß der Wikinger_Kultur auf die Rechtsprechung. Und das französische Traditionsbewußtsein in diesen historischen Räumen war unverkennbar.

 

 

Führung in St. Vivien

Für die gotische Kirche St. Vivien mit Babyklappe aus früheren bitterarmen Zeiten und die Architektenschule wurden Führungen für Interessierte angeboten. 

In der Architekturschule der Normandie

Rouen ist eine unendliche Geschichte – vielleicht kann für manche/n Rouen ein Sehnsuchtsort werden …

Der tiefere Sinn dieser Reise liegt in den deutsch-französischen Begegnungen auf Bürger*innen-Ebene. Das Kennenlernen französischer Kultur und Lebensart vor Ort in Verbindung mit gemeinsamen Erlebnissen mit der Partnergruppe in Rouen sind die Plattform zur Entwicklung von gegenseitigem Verständnis und Wertschätzung. Denn wie man so schön sagt: „Man kann nur lieben, was man kennt.“ In diesem Sinne richtet die IBHR ihre Aktivitäten zur Förderung der deutsch-französischen Freundschaft aus.

Das IBHR-Team
Gudrun Seth – Silvia Klingenburg – Barbara Kirsch – Sabine Trimbos